Abschlussarbeiten für den „Serafin Forschungspreis zu Unternehmertum“ nominiert

Münchener Unternehmensgruppe stiftet Preise für herausragende Bachelor- und Masterarbeiten an der Universität Witten/Herdecke

Während eine Bachelorarbeit bereits mit dem Preis ausgezeichnet wurde, hat die Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Universität Witten/Herdecke (UW/H) zwei Masterarbeiten für den „Serafin Forschungspreis zu Unternehmertum“ zunächst in die engere Auswahl genommen. Die in München ansässige Serafin Unternehmensgruppe, hat auch 2018 die Auszeichnung wieder ausgeschrieben: Der mit je 2.500 Euro dotierte Preis wird am 12. Oktober 2018 im Rahmen der Absolventenverabschiedung in Witten vergeben.

Unter den Bachelorarbeiten stach eine einzelne Arbeit besonders heraus und wurde daher dieses Jahr bereits mit dem Preis ausgezeichnet. Die Arbeit von Inken Piekenbrock befasst sich mit Management Control Systemen. Management Control Systeme werden implementiert um sicherzustellen, dass die gesetzten Ziele und Strategien des Unternehmens erreicht werden. Insbesondere beschäftigt sich die Arbeit mit den Möglichkeiten und Limitationen dieser Systeme, die zwangsläufigen Abhängigkeiten zwischen gleichrangigen Abteilungen effektiv zu managen. Dabei zeigte sich, dass es entscheidend ist, ein Bündel verschiedener Management Control Mechanismen zu verwenden und insbesondere informelle Mechanismen, wie beispielsweise die Unternehmenskultur, von hoher Bedeutung sind.

Bei den Masterarbeiten wurden hingegen zwei Arbeiten nominiert. Zur Auswahl für den Preis stehen die beiden Arbeiten von Jan Veddeler und Nicolas van Dinther zur Auswahl. Die Studie von Jan Veddeler widmet sich der Beziehung zwischen technologischem Fortschritt und Ungleichheit. Sie zeigt, dass sich durch technologischen Wandel die Verteilung der Wertschöpfung zugunsten von Arbeitnehmern mit hohem Bildungsstand und nicht-repetitiven Arbeitsprofilen sowie der Kapitalseite verschiebt. Im empirischen Teil der Studie mit einem neuen Datensatz von etwa 160.000 deutschen Unternehmen wird aufgezeigt, dass es keineswegs ein Naturgesetz ist, dass technologischer Wandel gesellschaftliche Ungleichheit verstärkt. Vielmehr werden die Implikationen technischen Fortschritts durch die Form und die Governancestrukturen bestimmt.

Die Arbeit von Nicolas van Dinther trägt den Titel: „Digitalisierung als Herausforderung für Familienunternehmen“. Trotz der unbestrittenen Bedeutung der Digitalisierung und dem Bedarf nach Erklärungen ist wenig darüber bekannt, wie Unternehmen die digitale Transformation gelingen kann. Nicolas van Dinther hat in einer quantitativen Studie herausgefunden, welche generalisierbaren Fähigkeiten Unternehmen benötigen und welche Rolle die Struktur der Unternehmerfamilie bei Familienunternehmen hierbei spielt.

Philipp Haindl, Gründer der Serafin Unternehmensgruppe, möchte die Universität Witten/Herdecke mit dem Preis bestärken, weiterhin Unternehmerpersönlichkeiten zu fördern: „Jedes Unternehmen sollte anstreben, nicht nur Mitarbeiter, sondern ganz viele Unternehmer zu beschäftigen, die jeden Tag daran arbeiten, wie das Unternehmen noch besser werden kann. Die Universität Witten/Herdecke steht in unseren Augen für diesen Ansatz und darum stiften wir diesen Preis.“ Diesen Anreiz lobt auch der Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft, Prof. Dr. Marcel Tyrell: „Diese gezielte Nachwuchsförderung macht es uns möglich, die Studierenden noch mal besonders zu motivieren, theoriegeleitete Überlegungen, die an der Uni vermittelt werden,  mit der Praxis der Betriebe rückzukoppeln.“

Vorschläge für die zu prämierenden Arbeiten werden aus dem Kreis der Professorinnen und Professoren der Fakultät an eine interne Fachjury weitergeleitet, die ihrerseits wiederum bis zu drei Bachelor- und Masterarbeiten nominiert. Die Serafin Unternehmensgruppe wählt anschließend aus den Nominierten die finalen Preisträger beziehungsweise Preisträgerinnen aus.

Universität Witten/Herdecke

Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 2.500 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

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